Künstler

"N.Y. - Triptychon Part I"

 

Fotografie, Diasec

150 x 225 cm, Sept. 2008

 

Rainer Junghanns

*1963 in München

 

Der gebürtige Münchener, der Mitte der 80er Jahre zum Studium an die Kunstakademie nach Düsseldorf kam, erarbeitet ‚prozessuale Skulpturen’. RAINER JUNGHANNS geht es um Bewegung, um Zeit, um Kommunikation, um Menschen und Orte. Seine Arbeiten bedienen sich verschiedenster Medien und Materialien. Sie reichen von raumbezogenen medialen Installationen in Museen und an anderen Kunstorten bis hin zu großformatigen Fotografien oder Videostills als Dokumentationen seiner Projekte.  

 

Sein Oeuvre ist durch konzeptionell und zeitlich hoch aufwendig geplante Aktionen gekennzeichnet. So unternahm er für sein jüngstes Projekt „GMT“ (Kunstforum international berichtete) zwei Reisen als Passagier auf Frachtschiffen. Die eine Tour dauerte vier, die andere ganze sechs Monate und zusammen addieren sich die zurückgelegten Strecken auf die Länge einer Erdumrundung. Ziel dieser Anstrengung ist es, Globalität körperlich erfahrbar zu machen und die erlebten Impressionen – durch Videokameras, die der Künstler an den Schiffen installiert hat – an den Rezipienten weiterzugeben: Eine Publikation und eine Ausstellung in der Galerie arteversum zu dieser Arbeit sind für 2010 geplant.  

 

Neben diesen ‚Langzeitprojekten’, für die „GMT“ exemplarisch ist, entstehen auch Einzelwerke, die ohne diese komplexe Kontextualisierung auskommen. Ein Beispiel wird die Galerie arteversum auf der Messe für zeitgenössische Kunst „C.A.R. contemporary art ruhr“ auf Zeche Zollverein in Essen präsentieren:  

 

 „N.Y.“ ist Teil eines Triptychons, das RAINER JUNGHANNS im letzten Jahr in New York geschaffen hat. Die großformatige Fotografie zeigt einen Ausschnitt eines Plakats, das an einem Bauzaun am Ground Zero befestigt war. Auf den ersten Blick mag das Motiv des fahlen, faltigen und ausdruckslosen männlichen Antlitzes, das im Profil dargestellt ist, auf Grund der Haken, die sich an Schläfe und Wange in die Haut bohren und diese über das Gesicht zu spannen scheinen, schockierend und abschreckend wirken.  

 

Erst auf den zweiten Blick nimmt man die – ebenfalls stark verknitterte und ausgeblichene – Oberflächenstruktur des Plakats wahr. Auf bizarre Weise korrespondieren die Oberflächen und kontrastieren zur selben Zeit mit der glatten, glänzenden Oberfläche des eigentlichen Werks – die der Diasec-Produktion. Hinzu kommt die Dimension des politisch und emotional stark aufgeladenen Ortes, an dem das Bild entstanden ist bzw. installiert war. Beim längeren Hinsehen eröffnet sich dem Betrachter eine formale und inhaltliche Vielschichtigkeit, die RAINER JUNGHANNS’ Werk zu einer echten Ausnahme macht.

 



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