Ausstellungen

Daheim ist ein schöner Ort

Freitag, 15. Mai 2009

Thomas Hag, NRZ


 

Regarding Düsseldorf 4 zeigt junge Künstler, deren Biografie eng mit der Akademie verknüpft ist

 

"There is no Place like Home", daheim ist es am schönsten: Dieser Satz verfolgt den Besucher, wenn er in der 750 Quadratmeter großen Halle der Galerie arteversum auf der Jahnstraße die Werke der zehn Künstlerinnen und Künstler betrachtet, die Kuratorin Pia Witzmann auch für die vierte Auflage von "Regarding Düsseldorf" ausgewählt hat.

 

Den Satz spricht Dorothy im "Wizard of Oz", die in Spanien geborene Eli Cortinas hat aus ihrer Erkenntniss eine Videoinstallation für zwei Monitore gemacht. Auf dem unteren sieht man die roten blinkenden Schuhe des Mädchens, auf dem oberen ihr Gesicht mit den roten Lippen. Wie eine Beschwörung werden die Worte unablässig wiederholt, bis man sich sicher sein kann, dass zuhause vielleicht doch nicht alles so schön ist.

 

Viele erhielten später Preise

 

Mit dem heimischen verbunden ist ja die ganze Ausstellung, so möchte die Initiative 701 den "Lebens- und Produktionsstandort Düsseldorf" für junge Kunst mitgestalten. Das ist in den ersten Jahren auch gelungen, viele, die hier ausgestellt haben, konnten später Preise und Stipendien erringen, wie Thomas Stricker den Sparda Kunstpreis NRW oder Daniele Georgieva ein Atelierstipendium des Kunstvereins.

 

Nach einem roten Faden sollte man bei "Regarding 4" allerdings erst gar nicht suchen, zu unterschiedlich sind die künstlerischen Positionen und Methoden. An Michail Pirgelis erinnert man sich noch vom Akademierundgang, nicht nur, weil seine Installation "Rollfeld" die Mitte des Raums für sich in Anspruch nimmt. Der Meisterschüler bei Rosmarie Trockel arbeitet mit originalen Flugzeugteilen, hat für das "Rollfeld" Bodenplatten nebeneinander platziert, ein Teil einer Außenbordwand wirkt eher archaisch als hochtechnisiert.

 

Zur Tradition der Reihe gehört auch das Prinzip der Zusammenarbeit. Dietmar Lutz und André Niebur stellen gemeinsam, wenn auch autonom aus. Dabei sind die Arbeiten der Meisterschüler an der Akademie und Mitglieder des legendären hobbypopMuseum von höchst unterschiedlicher Natur. Nieburs Bilder sind Studien im Weglassen, zwischen Abstraktion und Figürlichem ist es zwar nur ein schmaler Grat, aber immer wirken seine Bilder, als solle man sie vervollständigen, spielen mit Positiv und Negativ, mit Vorder- und Hintergrund.

 

Ein Haus mit Baum

 

Lutz' Gemälde wirken dagegen wie die künstlerische Umsetzung von Schnappschüssen. Ein Mann hockt vor grünem Rasen, ein Blick aus dem Fenster, ein Haus mit Baum, scheinbar schnell dem Augenblick verhaftet, doch von einer rätselhaften Melancholie geprägt. Der letzte Blick fällt noch einmal auf die Arbeiten von Eli Cortinas, die einige ironische Collagen "Strategien für das Überleben als Künstler" betitelt hat. "Tritt zurück" heißt es da, aber auch "Sei willig".

 

Auch "Regarding Düsseldorf 4" bietet wie seine Vorgänger einen interessanten Querschnitt der Kunstszene, den man noch bis zum 1. Juli gegehen kann.

 



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