Ausstellungen

Royen - immer auf der Suche

Donnerstag, 15. Mai 2008

Klaus Sebastian, Rheinische Post


 

Stille, Strenge und Farbgespür vereinen sich in Peter Royens Bildern zu einer typischen Stimmung. Am 28. Mai wird der Düsseldorfer Künstler mit niederländischen Wurzeln 85 Jahre alt - und spürt unermüdlich neuen Varianten nach.

 

Das Auge findet Halt in diesen besänftigenden Bildern. Der Blick folgt den rechten Winkeln, zeichnet die Umrisse der Quadrate nach. Mondrian schwingt da mit hinein, doch für Peter Royen dient das geometrische Gerüst nur als Basis. Malend löst er es in Farbe auf. Was bleibt, ist eine pulsierende, kaum wahrnehmbare Schwingung.

 

Am 28. Mai wird Royen 85. Als Lyriker der Malerei, als Maler der Stille hat Werner Schmalenbach den 1923 in Amsterdam geborenen Künstler einmal bezeichnet. Die Stille von Morandi, die Strenge von

 

Sogar Königin Beatrix hat einige seiner Bilder in ihrer Sammlung

 

Mondrian, sicheres Gespür für Farbe und Komposition - all das vereint sich zur typischen Royen-Stimmung. Sammler aus aller Welt begeistern sich für die sensiblen Meditationsfelder, und den Künstler erfüllt es wohl mit Stolz, dass sogar die niederländische Königin einige Royens in ihrer Sammlung hat.

 

1946 begann er sein Studium an der Kunstakademie. Die hatte nach dem Krieg schon wieder einen guten Ruf. Pankok und Mataré sorgten für Aufbruchstimmung, Beuys und Heerich studierten zur selben Zeit. "Anfangs mussten wir die im Krieg beschädigten Mosaiken restaurieren", erinnert sich Royen. Nach dem Studium schloss er sich der im Malkasten gegründeten "Gruppe 53" an. "Die Jungen mit frischen Ideen kamen damals in keine Ausstellung", erzählt Royen. Als Gruppe hatten sie bessere Chancen, auf sich aufmerksam zu machen.

 

Peter Royen scheint täglich Energie aus der Malerei zu schöpfen. Die braucht er auch - der vitale Künstler engagiert sich nämlich still und beharrlich auch für andere. So regte er die Gründung des Kunstbeirats an und schlug der Stadt vor, einen Förderpreis für Bildende Künstler auszuloben. Auch an der Aufnahme von Künstlern in die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und an der Einrichtung der Künstlersozialkasse war er beteiligt. 1984 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen, 1996 der Ehrenpreis der Villa Massimo (Rom), 2003 wurde er Ehrenmitglied des Künstlervereins "Malkasten".

 

Dass in seinen neuen Arbeiten die lange gemiedene Farbe Rot wieder in Erscheinung tritt, belegt, dass der Künstler - bei aller Kontinuität - immer auf der Suche nach einer noch nicht ausgereizten Variante ist. Wie in allen Royen-Gemälden besteht die konkrete Bildtafel wieder aus sieben Schichten, die übereinander aufgetragen werden.

 

Royen verrät, dass Acryl, Pigment und Bienenwachs seiner geheimen Malmittel-Mixtur die nötige Geschmeidigkeit geben. Die gehärteten Schichten werden hernach umsichtig mit dem Spachtel oder dem Pinselstiel bearbeitet, so dass eine vibrierende Oberflächenstruktur entsteht. Auf den neuen Gemälden lagern sich weiße, transparente Farbnebel über den rot pulsierenden Quadraten ab. Glückwunsch zum 85. Geburtstag!

 



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