Ausstellungen

Ausflug ins Rot

Freitag, 30. Mai 2008

Holger Lodahl, Rheinische Post


 

Ab Sonntag sind in der Galerie arteversum die neuen Arbeiten von Peter Royen zu sehen. Der niederländische Künstler setzt die Signalfarbe dezent ein und bleibt dabei seinem Stil treu.

 

"Denk' mal wieder über Rot nach", sagte Werner Schmalenbach, der erste Direktor der Kunstsammlung NRW, zu Peter Royen, als sich die beiden Männer im September 2006 in der Galerie arteversum trafen. Die Aufforderung, sich künstlerisch mit der auffälligen Signalfarbe zu beschäftigen, lehnte der Düsseldorfer Künstler zuerst ab. Rot sei schwierig, teilte er mit, symbolisch zu stark besetzt. "Man muss gegen so vieles anmalen." Dennoch erkannte Royen, dass auch diese in der Kunst gemiedene Farbe noch nicht ausgereizt war. Ab Sonntag sind die neuesten Bilder des Niederländers unter dem Titel "Peter Royen sieht Rot" in der Galerie von Reinhard Gröne zu sehen. In den aktuellen Arbeiten erkennt man die typischen Merkmale des Künstlers, der am 28. Mai seinen 85. Geburtstag feierte. "Royen ist sich selbst treu geblieben", sagt Gröne. Sieben Schichten Farbe - teils mit dem Pinsel aufgetragen, teils mit Spachtel bearbeitet - verleihen den Exponaten eine reliefartige Struktur, ohne dass sie aufdringlich erscheinen.

 

Leistungsschau der Galerie

 

"Auf mich wirken die Bilder jung", so Gröne. "Obwohl Rot eine auffällige Farbe ist, gelang es Royen, die Bilder nicht aggressiv oder schreiend erscheinen zu lassen." Diesen dezenten Eindruck erreicht Royen, indem er eine Mischung aus venezianischem Terpentin und Bienenwachs über das fertige Bild streift, was der Oberfläche einen matten Glanz gibt. Um den Bildern einen angemessenen Halt zu geben, bespannte der Künstler die Leinwände doppelt. "Es war ein fast kämpferischer Prozess, bis ich das Rot wieder beherrscht habe", so Royen.

 

Die Besucher der Galerie arteversum treffen zuerst auf das größte Bild der neuen Serie, "Strukturen im Rot", das auf einer der großen verschiebbaren Wände hängt. Neun weitere Exponate in verschiedenen Größen sowie fünf Kunstwerke aus den vergangenen Jahren nehmen etwa die Hälfte der Galerie ein.

 

"Im hinteren Teil der Kunsthalle zeigen wir, was wir alles drauf haben", sagt Gröne, der an den Wänden und auf den Stellflächen 85 im krassen Gegensatz zu Royen stehende Werke von internationalen Künstlern aller Altersklassen zeigt. Eigenwillige Fotografien, polarisierende Installationen und Malerei in verschiedenen Stilen sind zu sehen. "Das ist eine Leistungsschau von uns. Die Besucher sollen einen Eindruck bekommen, wer in den vergangenen Jahren schon einmal hier ausgestellt hat", so Gröne.

 

Peter Royen sieht Rot

Was "Peter Royen sieht Rot"

Wann Die Ausstellung eröffnet am Sonntag, 1.Juni, um 11 Uhr. Neben Peter Royen werden Robert Hartmann, Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten, und Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Stadt, erwartet, die einführende Worte sprechen sollen.

Wo Galerie arteversum, Jahnstraße 71

Kontakt Telefon 3367228 und im Internet www.arteversum.com

 



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