In der Galerie "arteversum" haben auch hohe Installationen und große Objekte genug Raum. Unter dem Titel "RaumGestalten" versammelt Galerist Reinhard Gröne die Arbeiten von vier Kreativen.
"Nur, wenn Inhalt und Form der Kunst absolut miteinander harmonieren, ergibt das Objekt eine Einheit", sagt Reinhard Gröne. Diesem Anspruch folgend wählt er die Exponate, die er in seiner Galerie "arteversum" zeigt, sorgfältig aus, um sie großzügig zu präsentieren. Nicht nur die mehr als 750 Quadratmeter erlauben es Gröne, auch umfangreichere Installationen zu zeigen. Zudem lassen die Höhe des Raumes, die Mischung aus Kunst- und Tageslicht und verschiebbare Zwischenwände eine angemessene Präsentation zu.
Seit September 2006 betreibt Gröne zusammen mit Petra Voigtmann "arteversum" an der Jahnstraße. Zuvor war der Galerist als Werbefilmproduzent tätig. "Der Schritt von der Werbung zur Kunst ist gar nicht so groß", sagt er. "Man arbeitet in beiden Branchen für Künstler und entwickelt einen Blick für Qualität." Mit Erfolg: Allein zu den Vernissagen kommen bis zu 400 Gäste aus Düsseldorf und Umgebung. "Und das, obwohl wir nicht einmal besonders viel Werbung machen. Es hat sich herumgesprochen, dass wir hier hochwertige Kunst und interessante Arbeiten junger Talente zeigen", sagt Gröne.
Die aktuelle Ausstellung "RaumGestalten" versammelt die Exponate von vier Künstlern. Bettina Elmpt, die nach einem Studium der Architektur Meisterschülerin von Günther Uecker an der Kunstakademie war, fertigt Arbeiten aus Materialien, die in der Kunst bisher kaum zum Einsatz gekommen sind. So wie das aus vielen Hundert Heftstreifen gebaute Modell "Reitmantel für Bervögel", von dem Gröne sagt, es wirke wie ein Protest gegen die reine Nützlichkeit.
Lars Wolter arbeitete vor seinem Studium an der Kunstakademie Maastricht als Schreiner. Den Bezug zum Holz hat er sich erhalten. Seine handwerklichen Fähigkeiten erlauben es ihm, die zumeist farbigen, hochglänzenden Wandbilder, die an die makellos scheinenden Lack-Oberflächen neuer Autos erinnern, selbst zu fertigen.
Das Nichts sichtbar machen
Die figurativen Arbeiten der aus Korea stammenden Ji Eun Yoon haben ihren Ursprung in den Träumen und in der Fantasie der Künstlerin. Die farbenfrohen Gestalten wecken hinter einer freundlich anmutenden Fassade Erinnerungen an gespenstische Alpträume. Das "Pflanzenmädchen", das aus einem überdimensionierten Blumenkübel wächst, lächelt den Betrachter freundlich an, verbirgt jedoch seine Faust hinter seinem Rücken und holt zum Schlag aus.
Die Installation "Rosenboden" von Günter Thorn beansprucht mehrere Quadratmeter. Die senkrecht hoch aufragenden schmalen Glasstreifen scheinen direkt aus dem Rosenverschnitt zu wachsen. "Thorn möchte mit seinen Glasobjekten das Nichts sichtbar machen", sagt Gröne und lässt das fragile Material schwingen, so dass sich der Raum zu bewegen scheint. "Wir freuen uns, dass wir so viel Platz haben, um diese Art der zeitgenössischen Kunst zeigen zu können", sagt Gröne. "Thorns Arbeiten sind bestes Beispiel für kippelig konstruierte Angelegenheiten - formal und inhaltlich zugleich."

