Kuratorin Pia Witzmann hat auch für die dritte Ausstellungsrunde der Initiative 701 e.V. mit dem Titel "Regarding Düsseldorf 3" die großzügigen Räume der Galerie arteversum gewählt. Insgesamt 13 Künstlerinnen und Künstler rücken im Hinterhof an der Jahnstraße noch bis zum 18. Mai ins Blickfeld. 750 Quadratmeter werden dabei in Höhe, Tiefe und Breite mit den unterschiedlichsten Inszenierungen einer Künstlerschaft, die eng mit der Akademie verbunden ist oder war, ausgelotet und bestückt.
Auffallend viele große Arbeiten sind in diesem Jahr zu sehen. Sicherlich auch ein Reflex auf die besondere Raumdimension bei arteversum. Andererseits sind einige Künstler, darunter Anja Schrey mit ihren nicht enden wollenden Zeichnungen oder Thomas Stricker mit seinen im Bereich soziale Plastik anzusiedelnden Arbeiten generell groß dabei.
Schrey, die bisher vor allem sich selbst portraitiert hat, rückt nun deutlich von dieser Selbstspiegelung ab und öffnet sich dem Thema Frau, Weiblichkeit und Gestus in beinahe entindividualisierter Form. Sie wählt ein Format von 4,50 Meter mal 2,10 Meter für ihre Liegenden. Thomas Stricker nutzt den Raum mit seiner Styropor-Plastik "Arbeitstitel Lalalalaaalala" auf einer Fläche von 12 mal 3 mal 3 Metern. Die Gussformen für dieses raumgreifende Werk hatte er bereis für eine frühere Arbeit eingesetzt. Kuratorin Pia Witzmann hofft Thomas Stricker auf diese Weise ins Gedächtnis der Düsseldorfer Kunstszene zurückzuholen, denn ein Platz im Bereich Kunst im Öffentlichen Raum ist ihm bereits sicher - nicht zuletzt wegen seiner Meteoritenwerkstatt aus dem Jahr 2000.
Neben dem Trend zu Größe gibt es eine weitere Besonderheit bei "Regarding Düsseldorf 3": die Gemeinschaftsarbeit. Gregor Russ und Jörn Stoya haben sich dazu entschlossen. Außerdem die Künstlerfreunde Thomas Arnolds und Tim Berresheim, die auch schon in anderen Kontexten Fotografie, Computerbearbeitung und Malerei zu vereinen wussten. Das Medium ist hier eine 4,60 Meter große Leinwand, auf der die Elternhäuser der beiden zu sehen sind. Russ/Stoya präsentieren eine Arbeit, die in Fragmenten bereits in der Galerie Ruzicska zu sehen war. Dort als schwarze Stellwand, hier der weiße Kontrast dazu, ein 80 Quadratmeter großer Raum, in dessen Mitte sich ein Spiegelpodest befindet. Der einstige Graubner-Schüler Stoya zeigt darüber hinaus einige Gemälde. Das Regal als Kunstobjekt verrät auch etwas über den gelernten Möbelschreiner und Innenarchitekten Gregor Russ.
