Bis Ende März ist die Halle der Galerie arteversum luftig-elegante Herberge 19 internationaler Künstlerinnen aus der Landeshauptstadt. Im Rahmen des Kunstprojektes "Regarding Düsseldorf 2" präsentiert Kuratorin Pia Witzmann im Auftrag der Initiative 701 e.V. zum zweiten Mal markante Kunstpositionen aus dem Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie.
Einen schönen Einstieg bietet die Installation "Bretagne" von Klara Adam aus der Klasse von Prof. Rita McBride, ein randvolles Bücherregal und ein halbgeöffnetes Laptop mit Landschaftsszenen, die dieser Arbeit ihren Titel geben. "Rettet die Hoffnung" fordert einer der Buchtitel sinnreich und doch beiläufig. Katharina Jahnke zeigt in ihren Zeichnungen und Skulpturen eine verborgene und auch tabuisierte Welt. Sie zeichnet aufgeschlagene Bücher, die ursprünglich zensiert, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren (z.B. "Alice in Wonderland"). Für ihre Skulpturen, die man formal zunächst schwerlich mit den fragilen Zeichnungen zusammenbringt, verwendet sie geborstenes Holz und zersplittertes Glas, das man auch für Tür-Spione verwendet. Was zunächst so unterschiedlich ist, beschäftigt sich doch unisono mit der Offenlegung des Geheimen, dem Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Ganz leise und doch treffende Töne hört man bei der Koreanerin Hyojin Jeong. Aus Milchtüten und auf Blättern und Zetteln erschafft sich so etwas wie einen Mikrokosmos deutscher Alltagskultur. Tetrapacks werden zu einer Kirchenarchitekturszene en miniature weiterentwickelt. Das Ausgangsmaterial bleibt immer sichtbar, wird als wichtiger Baustein verwendet. Kleine Details wie etwa eine Satelitenschüssel oder die Andeutung von Dachziegeln gehen als Zitat schmunzelnd in unsere Wahrnehmung dessen, was deutsch ist, ein. Und das umso mehr, als die Künstlerin mit der Perspektive von außern spielt: "Eine seltsame Frau" sagt eine Frau zu ihrem Spiegelbild.
