Ausstellungen

Initiative "701" zeigt junge Kunst

Samstag, 24. Februar 2007

Klaus Sebastian, Rheinische Post


 

 

Studenten und Absolventen der Kunstakademie, die auf dem Markt noch nicht Fuß gefasst haben, können mit Hilfe des Vereins "701" derzeit in der "arteversum"-Galerie ihre Arbeiten zeigen. Doch soll diese Schau keine Konkurrenz zum Akademie-Rundgang sein.

 

Die Kunst-Initiative 701 wolle nicht mit dem in dieser Woche stattfindenden "Rundgang" an der Düsseldorfer Akademie konkurrieren, beteuert die Kuratorin Pia Witzmann. Für den gemeinnützigen Verein, der die junge Kunst-Szene in Düsseldorf bei unkonventionellen Projekten fördern möchte, hat sie die zweite Übersichtsschau organisiert. Der Titel "Regarding Düsseldorf 2" verdeutlicht bereits die Zielsetzung: Man will ein Schlaglicht auf die Vielfalt der jungen künstlerischen Positionen werfen.

Im Fokus stehen dabei Absolventen und Studenten der Düsseldorfer Akademie, die sich noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert haben. Parallelen zum Rundgang sind so kaum zu vermeiden. Immerhin: Auf den 750 Quadratmetern der "arteversum"-Galerie können die Newcomer ihre Arbeiten und Konzepte umfassender ausbreiten als in den dicht belegten Akademie-Klassen.

Die Kuratorin hat sich bewusst nicht für eine künstlerische Richtung entschieden. Folglich umfasst die bunde Schau das gesamte Spektrum aus Malerei, Skulptur, Installation, Video und Fotografie. Einen rechten Zugang zum Verständnis all dieser Positionen wird der Besucher auf die Schnelle kaum herstellen können. Hier gilt wohl wieder einmal: Was micht irritiert, was mir gefällt - das schau ich mir mal genauer an. Zum Beispiel die aus unzähligen, tagebuchartigen Skizzen und Papierhäusern bestehende Installation von Hyojin Jeong (Jahrgang 1979). Die junge Künstlerin stammt aus Südkorea, studiert an der Düsseldorfer Akademie und schildert ihre ganz persönliche Situation in reizvoll-poetischen Bildern.

Da sieht man kleine Häusermodelle, die von einem passenden Strickjäckchen gewärmt werden - oder ein auf Papier gehauchtes Ohr, das von einem Bienenschwarm bedrängt wird. Kein Tinnitus-Piktogramm, verrät die Künstlerin. Es seien vielmehr die vielen fremden Sprachen, die um ihren Kopf brummen.

Auch das surrealistisch anmutende Ensemble von Jan Wagner erschließt sich nicht im Vorübergehen. Die aus Gips, Wachs, Holz und einem Video im Pappkarton bestehende Installation appelliert mit sprödem Charme an die Kombinationsgabe des Betrachters.

Die aberwitzig bunten Kulissen des Japaners Shigeru Takato sehen dagegen ganz real aus. Seine Fotoserie "Television Studios" bildet die Scheinwelten der Fersehstudios in aller Welt ab. Der 34-jährige Fotokünstler entlarvt nebenher auch das "Gemachte" dieser Spektakelstätten, indem er den überlicherweise verborgenen Kabelsalat und die bedrohlich wirkenden Scheinwerferbatterien ins Bild rückt.

Nicht übersehen sollte man die kinderbuchartigen Zeichnungen und Collagen der Taiwanesin Ming-Ming Yin. Auch sie lebt in Düsseldorf, studiert bei Rabinowitch, und in ihrem filigranen Bilderbogen fragt sie den Besucher mit höflicher Hinterlist: "Lebst du schon?"

So widmen sich in diesen Tagen drei Veranstaltungen dem Schaffen der jungen Künstlergeneration: Neben dem am Mittwoch beginnenden Akademie-Rundgang und "701" präsentiert das Projekt "KIT" (Kunst im Tunnel) ab Samstag die Arbeiten von 14 Absolventen der Düsseldorfer Akademie.

 



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