Ausstellungen

Zeit-Arbeiten

Dienstag, 28. August 2007

Alexandra Wehrmann, coolibri


 

"24/7 - twentyfour hours seven days a week" versammelt 24 Künstlerinnen und Künstler, von denen sich jeder "seine" Tages- oder Nachtstunde gewählt und in eine künstlerische Arbeit umgesetzt hat. Die Ansätze könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Auseinandersetzung mit der "Zeit" reicht von politisch motivierten Arbeiten über historische Ereignisse bis zu mathematisch begründeten Überlegungen zu einzelnen Uhrzeiten. In der Installation von Harald Fuchs, dessen Werk bis Ende Juli unter dem Titel "Das Paradoxe an Schrödingers Katze (oder wie wäscht man mit schmutzigem Spülwasser)" im Schloss Moyland zu sehen war, geht es beispielsweise um die Entdeckung der DNS. Der Lebenscode wurde im Jahr 1953 von den Biochemikern Watson und Crick gegen 20.30 Uhr geknackt - folgerichtig besetzt Fuchs mit seiner Arbeit die Stunde von 20 bis 21 Uhr. "With a tree-light" hat Keiji Uematsu seinen Beitrag zur Ausstellung genannt, der den Zeitraum von 21 bis 22 Uhr abdeckt. Der Künstler aus Japan setzt sich mit dem Gesetz der Schwerkraft auseinander. Aus Messing und Edelstahl hat Uematsu einen Baum geschaffen, den er als Verlängerung der Erdachse über die Erdoberfläche hinaus sieht. Dementsprechend wächst sein Baum in den Kosmos, die Zweige treffen möglicherwerise auf Sterne - im Kunstwerk symbolisiert durch kreisförmige Neonröhren. Genauso endlos wie selbige ist letztendlich die Zeit - und damit wäre der Bogen zum Ausstellungsthema geschafft. Schon die zwei beispielhaft erwähnten Arbeiten deuten an, dass "24/7" keine Schau ist, die sich im Vorübergehen konsumieren lässt. Sie erfordert vielmehr eine gewisse Basis an Bildung, intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Ansätzen und nicht zuletzt - Zeit.

 



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