REGARDING DÜSSELDORF 4
Junge Kunst in Düsseldorf
Eli Cortiñas • Anna Friedel • Dietmar Lutz • Kaoli Mashio • Lin May • Christine Moldrickx • Andre Niebur • Michail Pirgelis • Christoph Westermeier • Alexander Wissel
kuratiert von Pia Witzmann
Mit dem Ausstellungsprojekt REGARDING DÜSSELDORF 4 ist die gemeinnützige Initiative 701 e.V. nun bereits zum dritten Mal zu Gast in dem 750 qm grossen Ausstellungsraum der Düsseldorfer Galerie arteversum. Präsentiert werden aktuelle Positionen des Kunststandortes Düsseldorf mit seiner aktiven, vielschichtigen und energiereichen Kunstszene.
„Uns als Galerie liegt Düsseldorf als Kunst-Standort natürlich genauso am Herzen wie der Initiative 701. Und deshalb haben wir sofort zugesagt, zumal die Resonanz bei den Ausstellungen REGARDING DÜSSELDORF 2 und 3 überwältigend war. Und durchaus auch über die Stadtgrenzen hinaus gewirkt hat.“ Für Reinhard Gröne von arteversum ist da vor allem die Nachhaltigkeit von Bedeutung: „Was der Verein 701 e.V. mit der Ausstellungsserie REGARDING DÜSSELDORF nun schon zum vierten Mal leistet, stärkt und fördert das kreative Image unserer Stadt. Für uns ein wichtiger Beitrag, der dem künstlerischen Nachwuchs eine vielbeachtete Plattform bietet und damit der Zukunft der Kulturproduktion in der Stadt eine kontinuierliche Unterstützung sichert.“
Neben dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin und dem Regierungspräsidenten von Düsseldorf Jürgen Büssow ist der Steuerberater Wolfgang Westphälinger einer der Gründungsmitglieder von 701 e.V.: „Solche unkonventionellen Projekte wie REGARDING DÜSSELDORF sind auch dazu angetan, die Berührungspunkte zwischen Kunst und Wirtschaft zu fördern. Ein erklärtes Ziel unserer Initiative, die innovative Zeichen setzt und Kräfte vereint, um die Kulturproduktion unserer Stadt zu fördern.“
Pia Witzmann, die Kuratorin und „Erfinderin“ des Projektes REGARDING DÜSSELDORF, ist eine exzellente Kennerin der wahrhaft quirligen lokalen Kunstszene, an deren Existenz nicht zuletzt das außergewöhnliche Lehrangebot der Kunstakademie mit ihren zahlreichen international renommierten KünstlerInnen und DozentInnen einen großen Anteil hat.
REGARDING DÜSSELDORF 4 knüpft an die Erfolge der ersten Ausstellungen an und präsentiert eine ebenso komplexe Konzeption mit neuen Arbeiten von 10 Künsterinnen und Künstlern aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Installation, Video und Fotografie.
Zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, die Vielfalt künstlerischen Potentials und die unterschiedlichen Ansätze bildender Kunst darzustellen. Komplexe Strukturen künstlerischer Praxis werden sichtbar und werfen ein Schlaglicht auf die hiesige Kunstproduktion.
Pia Witzmann: „Dabei wird auf das Zusammenspiel der künstlerischen Beiträge ebensoviel Wert gelegt, wie auf die Qualität der einzelnen Arbeiten. Die Choreografie der Ausstellung arbeitet Übereinstimmungen und Gegensätze heraus und stellt harmonische, aber auch disharmonische Bezüge und Zusammenhänge her.“
Eli Cortiňas:
No Place Like Home, 2006 - 2 Kanal Videoinstallation für 2 Monitore, 3 min./ loop
Die Sehnsucht nach dem „zu Hause“ verwandelt sich durch den unablässig wie ein Mantra wiederholten Satz „there is no place like home“ in eine Trance, die vermuten lässt, dass sich viel mehr als nur Gemütlichkeit hinter dem lang ersehnten zu Hause verbirgt. Der Loop bedient sich formal einer sekundenlangen Sequenz aus dem Film „The Wizard Of Oz“ von Victor Flemming aus dem Jahr 1939. Judy Garland – als fetisch Bild und Projektion des kindlich-naiven: Rote Lippen, rote Schuhe, Halbfrau, Halbkind – mimt Dorothy, die sich nach der Rückkehr in ihr zu Hause sehnt.
Anna Friedel:
Anna Friedel untersucht die physische Kraft und ihrer schaffenden Wirkung, den Umgang mit der Leinwand als verwandlungsfähigen Körper und die Infragestellung des Bildes als solches. Dieser Prozess wird durch Spuren und Schatten, sowie Umrissen auf einer Fläche, die sich atmosphärisch auf den semantischen Charakter der Arbeit bezieht, sichtbar.
Dietmar Lutz und Andre Niebur
zeigen eine Installation großformatiger Malereien zwischen Abstraktion und Figuration.
Kaoli Mashio:
DER RAUM ZWISCHEN DEM TRAUM UND DER REALITÄT: „Traum ist das Licht im Leben. Und ich denke, wir brauchen viel mehr Traum in unserem heutigen Leben. Ich fühle oft dass, es grenzenlos ist, was eine Realität, ein Traum oder Fantasie ist. Ich trenne sie nicht als zwei getrennte Dinge, und ich habe ein Gefühl, dass die Zwei im Irgendwo verbunden sind. Ich glaube es gibt einen geheimnisvollen Raum zwischen dem Traum und der Realität. Ich versuche diesen Moment zu fassen, und zu malen.“
Lin May:
beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Geschichte des Zusammenlebens von Menschen und Tieren. Zur Verwendung kommen in ihren Reliefs und Skulpturen so genannte arme Materialien, wie unterschiedliche leichte Baustoffe, Werkzeugstahl und einzelne Fundstücke, die miteinander verbunden und teilweise bemalt werden.
Christine Moldrickx
zeigt zwei gegossene Kugeln aus farblosem, durchsichtigem Kunststoff, in die je fünf sichelförmige, abgeschnittene Nägel einer Hand eingeschlossen sind. Die Größe der Kugeln ist so gewählt, dass man jede mit einer Hand halten kann. (Die Kugeln liegen am Boden.)
Michail Pirgelis
Seine Skulpturen generiert er aus vorhandenen Materialien, häufig aus Flugzeugsegmenten. Mit klaren Schnitten, Oberflächenbehandlungen, Verschiebungen und Verdoppelungen transformiert er das gebrauchte Material in autonome Skulpturen, die bei aller Perfektion von aktuellen Werten und (Utopie-) Verlusten zeugen. Michail Pirgelis‘ Skulpturen fanden in den letzten Jahren in verschiedenen Ausstellungen in Europa, USA und Japan Aufmerksamkeit, 2007 bekam der Künstler den Villa Romana-Preis in Florenz, 2008 erhielt der Künstler den Adolf Loos-Preis.
Christoph Westermeier
wird eine Fotografieinstallation zeigen, in der die Themenfelder der Fotografie reflektiert werden.
Alexander Wissel
zeigt Skulpturen, Linoldrucke und Zeichnungen. In den Arbeiten gibt es wiederholende und theatralische Elemente.
REGARDING DÜSSELDORF 2 und REGARDING DÜSSELDORF 3 bei arteversum